250 Kisten Torfmoos für Venedig

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Pavillon zu Moor auf der Biennale

3. März 2022 Ein Pavillon mit einer Torfmoosinstallation soll auf der diesjährigen Biennale in Venedig entstehen. Gemeinsam wollen das Künstlerkollektiv ENSAYOS und Wissenschaftler*innen des Greifswald Moor Centrum mit dem TURBA TOL – HOL HOL TOL benannten Projekt auf die Bedeutung der Moore für den Menschen aufmerksam machen. 250 Kisten mit den delikaten Pflanzen bringen sie auf den Weg. Sie ernten die Torfmoose vom 2.- 4. März per Hand auf einer Anbau- und Forschungsfläche im niedersächsischen Hankhauser Moor.
Diese werden den Biennale-Pavillon Chiles bestücken. Dort gilt es insbesondere in Patagonien riesige Flächen bisher noch intakter Hochmoore vor Bergbauvorhaben und Infrastrukturprojekten zu bewahren. Die geschützten Pflanzen können Torfmoosexpert*innen der Universität Greifswald und des Torfwerks Moorkultur Rahmsloh liefern. Seit 2004 forschen sie zusammen zu Torfmoosen u.a. auf einer inzwischen 17 ha großen Versuchsfläche zum Anbau von Torfmoosen nahe dem niedersächsischen Rastede. Am Donnerstag und Freitag 3./4. März wollen die Wissenschaftler*innen dort 250 Kisten Torfmoose gemeinsam mit der New Yorker-Künstlerin Christy Gast ernten. Dann folgt bereits ein kleiner Kunstakt: Bis zum 15. März müssen die Torfmoose in Venedig angekommen sein, unbeschadet!
Die Biennale selbst beginnt am 23. April und läuft bis 27. November dieses Jahres. Eine halbe Million Besucher werden dort erwartet. Die Moose werden während dieser Zeit wie in einem künstlichen Moor leben und wachsen. Ein eigens installiertes System soll die Wachstumsparameter des Torfmoosteppichs überwachen und darstellen. Es informiert Besucher*innen darüber, wie viel Kohlenstoff akkumuliert und wie viel Wasser benötigt wird.
Um für die Installation des Pavillons das nötig Wissen zu Moor- und Klimathemen zu erwerben, verbringt Künstlerin Gast derzeit eine Residenz in Greifswald. Die Stadt ist umgeben von Moor, birgt die wissenschaftliche Expertise des Greifswald Moor Centrum und als Geburtsstadt von Caspar David Friedrich eine stolzes künstlerisches Erbe. Die Residenz ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

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